WAS IST AYURVEDA?

Ayurveda einfach erklärt

Ayurveda wird heute oft als Ernährungstrend, Wellness-Konzept oder alternative Heilmethode verstanden. In Zeitschriften lesen wir von „ayurvedischen Detox-Kuren", in Cafés bestellen wir „Golden Milk", und in Drogerien finden wir Nahrungsergänzungsmittel mit ayurvedischen Kräutern. Doch was steckt wirklich hinter diesem Begriff, der seit über 5.000 Jahren die Menschen begleitet?

Die Antwort liegt bereits im Wort selbst - und sie ist weitaus tiefgründiger, als die meisten vermuten.

Die Wurzeln des Wortes Ayurveda

Das Wort „Ayurveda" stammt aus dem Sanskrit, der altindischen Gelehrtensprache, und setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

„Āyus" bedeutet Leben, Lebenskraft, Lebensspanne - aber auch die Qualität des Lebens, das bewusste Erleben jedes Augenblicks.

„Veda" bedeutet Wissen, Weisheit, Erkenntnis - ein Wissen, das nicht nur intellektuell verstanden, sondern erfahren und gelebt werden will.

Ayurveda heißt also wörtlich übersetzt: „Das Wissen vom Leben" oder „Die Wissenschaft des Lebens". Und genau das ist es - eine umfassende Lehre darüber, wie wir unser Leben in Einklang mit den natürlichen Gesetzmäßigkeiten führen können.

Mehr als nur Ernährung: Ein ganzheitliches System

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, Ayurveda auf Ernährungsempfehlungen zu reduzieren. Ja, die Ernährung spielt eine zentrale Rolle - aber sie ist nur ein Aspekt eines viel größeren Ganzen.

Im Ayurveda betrachten wir den Menschen in seiner Gesamtheit:

Der physische Körper (Sharira) mit seinen Geweben, Organen und physiologischen Prozessen. Der Geist (Manas) mit seinen Gedanken, Emotionen und mentalen Mustern. Die Sinne (Indriyas) als Tore zwischen Innen- und Außenwelt. Die Seele (Atman) als unveränderlicher Kern unseres Wesens. Das Umfeld (Desha) - die Jahreszeit, der Lebensraum, die sozialen Beziehungen.

Gesundheit entsteht im Ayurveda nicht durch die Optimierung einzelner Parameter, sondern durch das harmonische Zusammenspiel all dieser Ebenen. Ein Mensch kann körperlich fit sein und dennoch leiden - wenn sein Geist unruhig ist oder seine Lebensweise nicht zu seiner Natur passt.

Die drei Doshas: Deine einzigartige Konstitution

Eines der bekanntesten Konzepte des Ayurveda sind die drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Sie werden oft als „Körpertypen" beschrieben, doch das greift zu kurz.

Die Doshas sind biologische Energien, die aus den fünf Elementen (Äther, Luft, Feuer, Wasser, Erde) entstehen und alle Prozesse in Körper und Geist steuern:

Vata (Äther + Luft) regiert Bewegung, Atmung, Nervensystem, Kreativität. Pitta (Feuer + Wasser) regiert Verdauung, Stoffwechsel, Intellekt, Transformation. Kapha (Wasser + Erde) regiert Struktur, Stabilität, Immunsystem, Ausdauer.

Jeder Mensch trägt alle drei Doshas in sich - aber in einer einzigartigen Mischung, die bei der Zeugung festgelegt wird (Prakriti). Diese individuelle Konstitution ist wie ein Fingerabdruck: Sie bestimmt unsere körperlichen Merkmale, unsere Stärken, unsere Anfälligkeiten und sogar unsere Persönlichkeit.

Das Ziel ist nicht, alle Doshas gleich stark zu haben, sondern das eigene natürliche Gleichgewicht zu kennen und zu bewahren.

Verdauung als Schlüssel zur Gesundheit

Im Ayurveda gibt es ein Sprichwort: „Du bist nicht nur, was du isst - sondern was du verdaust."

Das Verdauungsfeuer, genannt Agni, steht im Zentrum der ayurvedischen Gesundheitslehre. Agni ist weit mehr als die biochemische Verdauung im Magen-Darm-Trakt. Es umfasst alle Transformationsprozesse im Körper – und auch im Geist.

Wir „verdauen" nicht nur Nahrung, sondern auch Sinneseindrücke, Erfahrungen, Emotionen und Informationen. Wenn dieses Verdauungsfeuer stark und ausgeglichen brennt, können wir alles gut verarbeiten. Wenn es gestört ist - zu schwach, zu stark oder unregelmäßig - entstehen Rückstände.

Diese unverdauten Reste nennt man Ama. Ama gilt im Ayurveda als Wurzel vieler Beschwerden: Es verstopft die feinen Körperkanäle, schwächt das Immunsystem und trübt den Geist. Die Pflege des Agni ist daher eine der wichtigsten Säulen der ayurvedischen Prävention.

Mit der Natur leben, nicht gegen sie

Ayurveda lehrt uns, die natürlichen Rhythmen zu respektieren und mit ihnen zu leben:

Die Tageszeiten: Der Morgen (6-10 Uhr) ist Kapha-Zeit - ideal für Bewegung und leichte Kost. Der Mittag (10-14 Uhr) ist Pitta-Zeit - die Verdauungskraft ist am stärksten, die Hauptmahlzeit sollte hier liegen. Der Abend ist wieder Kapha-Zeit - Zeit für Ruhe und leichte Speisen.

Die Jahreszeiten: Im Winter brauchen wir andere Nahrung und Routinen als im Sommer. Der Körper passt sich natürlich an - wenn wir ihn lassen.

Die Lebensphasen: Kindheit ist Kapha-geprägt (Wachstum, Aufbau), das mittlere Alter Pitta-geprägt (Leistung, Transformation), das höhere Alter Vata-geprägt (Rückzug, Verwirklichung).

Wer diese Rhythmen kennt und beachtet, unterstützt den Körper in seiner natürlichen Selbstregulation.

Vata Dosha
Pitta Dosha
Kapha Dosha

Vata, Pitta & Kapha - die drei Doshas

Was Ayurveda nicht ist

Es lohnt sich auch zu klären, was Ayurveda nicht ist:

Kein starres Regelwerk. Es gibt keine Liste von Verboten, die für alle Menschen gelten. Was für den einen heilsam ist, kann für den anderen unpassend sein.

Kein Selbstoptimierungsprogramm. Es geht nicht darum, perfekt zu werden, sondern darum, sich selbst besser zu verstehen und liebevoll zu begleiten.

Keine Religion. Ayurveda hat seine Wurzeln in der vedischen Hochkultur Indiens, ist aber ein praktisches Gesundheitssystem, das unabhängig von religiösen Überzeugungen angewendet werden kann.

Der erste Schritt: Sich selbst kennenlernen

Vielleicht fragst du dich jetzt: Wie fange ich an?

Der erste und wichtigste Schritt im Ayurveda ist Selbstbeobachtung und zu lernen, die Signale des eigenen Körpers zu lesen:

Wie fühle ich mich nach bestimmten Mahlzeiten? Wann habe ich am meisten Energie? Was bringt mich aus dem Gleichgewicht? Was nährt mich wirklich - nicht nur körperlich, sondern auch seelisch?

Ayurveda gibt dir Werkzeuge an die Hand, um diese Fragen zu beantworten. Aber die Antworten findest du in dir selbst.

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In diesem Sinne - Ayurveda ist keine Diät, kein Trend und keine schnelle Lösung. Es ist eine Einladung, das eigene Leben bewusster zu gestalten - im Einklang mit der eigenen Natur und den Rhythmen der Welt um uns herum.

Das Wissen vom Leben ist kein Wissen, das man einmal lernt und dann „hat". Es ist ein lebendiger Prozess des Beobachtens, Verstehens und Anpassens. Ein Weg, der mit kleinen Schritten beginnt und ein Leben lang begleiten kann.

Ayurvedisch kochen
Ayurveda Küche

Fotos: Ayurveda Ernährung- und Kochen Ausbildungsmodul mit Sandra Hartmann