GHEE SELBER MACHEN
Das ayurvedische Gold in deiner Küche
In der traditionellen indischen Medizinlehre Ayurveda gilt Ghee als wahres Lebenselixier - nährend, heilend und vielseitig einsetzbar. Es wird nicht nur in der Küche geschätzt, sondern auch in der ayurvedischen Heilkunde zur Stärkung von Verdauung, Gewebe und Geist verwendet.
Während Ghee inzwischen in vielen Bioläden erhältlich ist, hat das Selbermachen seinen ganz eigenen Zauber: Man wählt mit Bedacht die Zutaten, nimmt sich Zeit für den Prozess und schenkt dem goldenen Fett volle Aufmerksamkeit - ganz im Sinne des achtsamen Kochens. Auf dieser Seite erfährst du Schritt für Schritt, wie du Ghee selbst herstellen kannst - ganz einfach, mit wenig Aufwand und viel Liebe.
Aus was besteht Ghee und warum ist es in der Ayurveda-Küche unverzichtbar?
Ghee, auch als geklärte Butter bekannt, besteht im Wesentlichen aus reinem Butterfett. Bei der Herstellung werden Wasser, Milcheiweiß (Casein) und Milchzucker (Laktose) aus der Butter entfernt. Zurück bleibt ein klares, goldfarbenes Fett mit mild-nussigem Aroma und einer außergewöhnlich hohen Hitzebeständigkeit. Genau diese Reinheit macht Ghee zu einem besonderen Lebensmittel - nicht nur in der Küche, sondern auch im ganzheitlichen Ansatz des Ayurveda.
In der ayurvedischen Lehre spielt Ghee eine zentrale Rolle. Es gilt als „Ojas“-fördernd - also stärkend für Lebenskraft, Immunsystem und emotionale Ausgeglichenheit. Ghee nährt alle sieben Gewebeebenen („Dhatus“), fördert die Verdauungskraft („Agni“) und wirkt laut Ayurveda entzündungshemmend sowie reinigend. Dank seiner laktose- und caseinfreien Struktur ist es auch für Menschen mit Milchunverträglichkeit oft gut verträglich.
Ghee ist ein Träger für fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K und hilft, heilende Kräuter tief in das Gewebe zu transportieren. In der Ayurveda-Küche wird es daher nicht nur zum Braten und Kochen verwendet, sondern auch als Zutat in therapeutischen Zubereitungen, wie beispielsweise beim „Ghee-Pur“ in Reinigungs- und Entgiftungskuren (Panchakarma).
Kurz gesagt: Ghee ist weit mehr als ein Kochfett - es ist ein heilendes, energetisierendes Element, das in der Ayurveda-Küche unverzichtbar ist. Wer Ghee selbst herstellt, geht einen bewussten Schritt in Richtung Wohlbefinden, Achtsamkeit und traditioneller Gesundheitsvorsorge.
Fotos: Ayurveda Ernährung- und Kochen Ausbildungsmodul mit Sandra Hartmann
Vorteile von selbstgemachtem Ghee
Selbstgemachtes Ghee ist mehr als nur ein kulinarisches Highlight - es ist ein Ausdruck von Achtsamkeit, Qualität und Vertrauen in die eigene Küche. Wenn du Ghee selbst herstellst, bestimmst du nicht nur die Zutaten, sondern auch den gesamten Prozess: von der Auswahl einer hochwertigen Demeter-Butter bis hin zur liebevollen Zubereitung. Dieses bewusste Kochen verleiht deinem Ghee eine ganz besondere Energie, die in der Ayurveda-Küche hochgeschätzt wird.
Ein entscheidender Vorteil von selbstgemachtem Ghee ist die Reinheit. Du verzichtest auf industrielle Verarbeitung, unnötige Zusatzstoffe oder unklare Herkunftsangaben. Stattdessen entsteht ein hochwertiges, goldfarbenes Fett, das optimal in ayurvedische Rezepte, Detox-Kuren oder als tägliches Nahrungsmittel integriert werden kann. Selbst hergestelltes Ghee besitzt einen frischen, aromatischen Geschmack und kann je nach Kochdauer in Nuancen angepasst werden - mild oder intensiv nussig.
Darüber hinaus ist hausgemachtes Ghee besonders kosteneffizient. Mit nur wenigen Zutaten und etwas Zeit kannst du dir eine größere Menge herstellen, die bei richtiger Lagerung monatelang haltbar ist - ganz ohne Kühlung. Du kannst das Ghee in Glasbehältern aufbewahren und sogar mit Kräutern oder Gewürzen verfeinern, um deine Ayurveda-Küche noch individueller zu gestalten.
Nicht zuletzt stärkt das Ghee-Selbermachen deine Verbindung zu traditionellen Ernährungskonzepten und lädt dich dazu ein, mehr Bewusstsein in deinen Alltag zu bringen. So wird jedes Gericht, das mit deinem selbstgemachten Ghee zubereitet ist, zu einem kleinen Ritual für Gesundheit und innere Balance.
Ghee selber herstellen - Schritt-für-Schritt Anleitung
Ghee selber herzustellen ist ein meditativer Prozess, der nicht nur deine Küche mit einem warmen, nussigen Duft erfüllt, sondern dir auch ein reines, heilkräftiges Fett schenkt - genau so, wie es in der Ayurveda-Küche geschätzt wird. Mit nur einer Zutat und etwas Geduld kannst du hochwertiges Ghee ganz einfach selbst machen. Hier findest du eine einfache Schritt-für-Schritt Anleitung, wie du Ghee zuhause herstellst - ganz ohne Zusatzstoffe, dafür mit viel Achtsamkeit.
Zutaten:
500 Gramm Butter
Verwende ungesalzene Demeter-Butter (500 g) von - je hochwertiger die Butter (beispielwesie Demeter-Qualität), desto besser das Ghee. Achte auf Frische und möglichst wenig Verarbeitung.
Zubereitung:
Schritt 1: Butter langsam schmelzen
Gib die Butter in einen schweren Topf und erhitze sie auf niedriger bis mittlerer Stufe. Sie beginnt langsam zu schmelzen und zu köcheln.
Schritt 2: Klärung beobachten
Nach einigen Minuten trennt sich die Butter: Eiweiß und Milchzucker setzen sich am Boden ab, während sich oben ein weißer Schaum bildet. Das Fett in der Mitte wird klar und goldgelb. Beginne den Schaum behutsam abzuschöpfen. Dabei immer leicht am Topfboden umrühren sodass die Eiweisse an die Oberfläche kommen.
Schritt 3: Filtern
Nach ca. 30 - 45 Minuten, wenn der Schaum abgeschöpft ist, das Fett klar und goldfarben ist und am Boden leicht gebräunte Rückstände zu sehen sind, ist dein Ghee fertig. Gieße es vorsichtig durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch in ein steriles Glas.
Schritt 4: Abkühlen und lagern
Lasse das Ghee offen abkühlen. Danach verschließe das Glas luftdicht. Ghee ist bei Zimmertemperatur monatelang haltbar - trocken, dunkel und sauber gelagert.
Tipp: Achte darauf, beim Abfüllen keine Reste vom Topfboden mitzunehmen - dort sammeln sich Milchrückstände, die die Haltbarkeit beeinträchtigen werden.
Fotos: Ayurveda Ernährung- und Kochen Ausbildungsmodul mit Sandra Hartmann
Ghee richtig anwenden - auch außerhalb der Küche
Laut Ayurveda wirkt Ghee je nach Anwendung verjüngend, regenerierend und balancierend. Es stärkt die Verdauungskraft (Agni), wirkt ausgleichend auf alle drei Doshas und unterstützt die Regeneration auf tiefster Ebene. Die Anwendungsmöglichkeiten von Ghee sind dabei ebenso vielfältig wie seine Wirkung.
In der Küche:
Ghee ist hitzestabil und eignet sich ideal zum Braten, Dünsten und Backen. Anders als herkömmliche Öle bleibt es auch bei hohen Temperaturen stabil und entwickelt keine schädlichen Transfette. In der ayurvedischen Küche wird Ghee häufig über Reis, Dal, gedünstetes Gemüse oder Suppen gegeben - nicht nur wegen seines feinen Geschmacks, sondern auch, um fettlösliche Nährstoffe besser aufzunehmen.
In der Morgenroutine:
Ein halber Teelöffel Ghee am Morgen, im Getreidebrei mit Kompott, unterstützt laut Ayurveda die Verdauung, wirkt reinigend und stärkt das Immunsystem. Ghee ist hitzestabil und eignet sich ideal zum Braten, Dünsten und Backen. Anders als herkömmliche Öle bleibt es auch bei hohen Temperaturen stabil und entwickelt keine schädlichen Transfette. In der ayurvedischen Küche wird Ghee häufig über Reis, Dal, gedünstetes Gemüse oder Suppen gegeben - nicht nur wegen seines feinen Geschmacks, sondern auch, um fettlösliche Nährstoffe besser aufzunehmen.
Äußerlich angewendet:
Ghee kann auch äußerlich zum Einsatz kommen - als sanfte Hautpflege bei Trockenheit, rissiger Haut oder als beruhigende Augenmaske bei Überanstrengung. Sogar bei innerer Unruhe oder Einschlafproblemen kann warmes Ghee auf die Fußsohlen aufgetragen eine wohltuende Wirkung entfalten.
Therapeutisch in der Ayurveda-Lehre:
In ayurvedischen Kuren wie Panchakarma wird Ghee gezielt therapeutisch eingesetzt - etwa zur inneren Reinigung, Gewebestärkung oder als Trägerstoff für Heilkräuter. Aufgrund seiner tiefenwirksamen Eigenschaften kann Ghee Wirkstoffe bis in die feinsten Gewebestrukturen transportieren.
Ob in der Küche, als Teil deiner Selbstfürsorge oder im Rahmen einer ayurvedischen Kur - wer Ghee richtig anwendet, nutzt eines der ältesten Heilmittel der Welt ganzheitlich für Gesundheit, Balance und Lebensfreude.
Tipp: Ghee passt besonders gut zu Vata- und Pitta-Konstitutionen, da es nährt, erdet und kühlt. Menschen mit einer dominanten Kapha-Dosha sollten Ghee hingegen sparsamer verwenden.
Häufige Fragen zum Thema: Ghee selber machen
Folgende Fragen werden häufig gestellt und lassen sich einfach beantworten.
Wie lange ist selbstgemachtes Ghee haltbar?
- Richtig zubereitet, kühl und dunkel gelagert, hält Ghee bis zu 100 Jahren - ganz ohne Kühlschrank.
Muss ich immer Bio-Butter verwenden?
- Für ayurvedische und therapeutische Anwendungen wird dringend Demeter Bio-Butter empfohlen, um letztendlich auch die energetische Qualität zu erhalten.
Kann ich Ghee auch vegan herstellen?
- Rein ayurvedisch betrachtet ist Ghee tierischen Ursprungs und somit nicht vegan. Es gibt jedoch pflanzliche Alternativen wie Kokosöl, die teilweise ähnliche Eigenschaften aufweisen.
Was mache ich mit dem abgeschöpften Eiweiss-Schaum?
- Da dieser konzentrierte Eiweissanteil sehr schwer verdaulich ist, empfiehlt Ayurveda diesen nicht mehr zu verwenden bzw. zu entsorgen. Man kann den Schaum aber auch an seine Tiere verfüttern, sollte man welche haben.
Fotos: Ayurveda Ernährung- und Kochen Ausbildungsmodul mit Sandra Hartmannnn
Lasse Ghee Teil deines Ayurveda-Weges werden
Ghee ist mehr als ein Fett - es ist Träger von Prana, der Lebensenergie. Wenn du Ghee selbst herstellst, geschieht mehr als nur ein Kochprozess - du schenkst dir Zeit, Raum und Energie, die von innen nährt. Zudem steckt in jedem Löffel eine Jahrtausende alte Tradition die durch dich lebt und weitergegeben wird.
Lasse uns gemeinsam in die Welt der Gewürze, Düfte und Heilwirkungen eintauchen - und entdecken, wie Ghee nicht nur deine Mahlzeiten, sondern auch dein Lebensgefühl veredeln wird.